Wer schon einmal mit Klaus Hünerfauth unterwegs war, der weiß: Von ihm erfährt man viel Neues und Interessantes über Ecken, Personen und Ereignisse der Heimat.
Der Diplom-Geograf, stellvertretender Leiter der Neustadter Umweltabteilung, kennt den Pfälzerwald wie seine Westentasche. Bei diesen zwei Spaziergängen, die Hünerfauth zusammen mit dem PWV Hambach veranstaltet, können die Teilnehmenden jetzt entdecken, was es im Norden und Süden von Neustadt an versteckten Besonderheiten gibt.

Am Samstag, 31. Oktober, geht es durch die Wolf’sche Anlagen in Haardt. Diese entstanden ab etwa 1840 auf dem Gelände des Sommersitzes der Wachenheimer Weingutsfamilie Wolf (später Bürklin-Wolf). Der ehemalige Landschaftspark ist heute verfallen und Wald, weist aber noch zahlreiche Relikte auf, so 2,8 Kilometer Fußwege, davon 360 Meter Treppen, die Grundmauern von drei Gebäuden, dazu einen trockengefallenen künstlichen Wasserfall mit Wasserbecken.
Kegelbahn und Betonbrücke: Zu sehen sind auch ein Festplatz mit ehemals 25 Winterlinden und eine steinerne Kegelbahn, fünf Aussichtsterrassen, ein Gewölbeunterstand sowie mehrere Brunnen. Außerdem findet sich dort die größte Vielfalt an Gehölz- und Vogelarten im Stadtwald.

Treppen führen in den Wolf’schen Anlagen zur Aussichtsterrasse, auf der das 1962 abgebrannte hölzerne Schweizerhaus stand. Der Pavillon wurde wechselnd als Wochenendhaus, Militärunterkunft, Notwohnung und als Café genutzt. Foto:
Hünerfauth
Nach dem Rundgang durch die Anlagen werfen wir noch einen kurzen Blick in den südlich angrenzenden ehemaligen Bergpark des BASF-Mitbegründers Dr. August Clemm. In diesem ebenfalls verfallenen Landschaftspark aus der Zeit um 1900 stehen mehrere große Mammutbäume, riesige Azaleen und über einem trockengefallenen Weiher eine der ältesten Eisenbetonbrücken Deutschlands.
Info:
Treffpunkt: 14 Uhr, Ortsteil Haardt, Mandelring, Einmündung der Schlosszufahrt (Gefallenendenkmal), Strecke ca. 2 km. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, evtl. Wanderstöcke, weil auf kurzen Abschnitten schlechter Wegzustand. Hinweis: Teilnahme ausdrücklich auf eigene Gefahr (Baumsturz und Astbruch durch Trockenschäden möglich). Anmeldung erforderlich: weiteloog@pwv-hambach.de.
Beim zweiten Spaziergang am Samstag, 14. November, geht es zum Nollen. Der Nordhang des Nollenkopfes weist eine Reihe interessanter Stellen auf, so die denkmalgeschützte Urnenhalle der Bauunternehmer-Familie Freytag, den Brauwasserbehälter der früheren Neustadter Pfalzbrauerei, den ehemaligen Hohweiler’schen Steinbruch, den Wolfsburgblick, die vermeintlichen römischen Mühlsteine auf dem Nollen-Ostrücken und das Naturdenkmal Zigeunerfels. Neben Einblicken in die Vegetation und Geologie gibt es an diesem Felsen auch Erläuterungen zur langen Geschichte der namengebenden Sinti und Roma in Neustadt und der Region.
Info:
Treffpunkt: 14 Uhr, Ortsteil Hambach, Urnenhalle der Fam. Freytag (Mausoleum) am Ende des Römerwegs, Strecke: ca. 3,5 km. Ausrüstung: festes Schuhwerk, evtl. Wanderstöcke, weil z. T. schlechter Wegzustand. Teilnahme auf eigene Gefahr (waldtypische Gefahren durch Trockenschäden möglich). Anmeldung erforderlich: weiteloog@pwv-hambach.de.
Foto oben: Die Aussichtskanzel am Zigeunerfels ruht nur auf drei kleinen Steinen. Foto: Hünerfauth


