Lurchi-Nachwuchs bitte nicht stören

Feuersalamander

Die Hirschtal-Quelle oberhalb des Kaltenbrunner Tals bei Neustadt ist eine der ergiebigsten Quellen im Gebiet von Nollen und Hohe-Loog-Ebene. Auch in einem heißen Sommer versiegt sie nicht. Die früher frei auslaufende Quelle wurde 1979 gefasst und läuft seitdem zunächst in einen Brunnentrog. Dieses Wasserbecken hat sich inzwischen zu einem Laichplatz des Feuersalamanders entwickelt.

Die Larven brauchen in diesen Monaten jetzt vor allem Rücksicht. Förster Jens Bramenkamp: „Sie stehen unter besonderem Naturschutz“. Deshalb appelliert er an die Wanderer, den Trog derzeit nicht zu benutzen – auch wenn das an heißen Tagen verlockend wäre. „Bitte keine Hände waschen und auch keine Hunde in dem Becken tränken oder baden.“ Trotz eines entsprechenden Hinweisschildes kühlen Wanderer Hände und Arme immer wieder in der Quelle, beobachtet der Naturschutzwart des PWV Hambach Rolf Schlicher: „Wenn wir die Wanderer dann ansprechen, sind sie aber meist einsichtig.“

Hirschtal Quelle
Hirschtal-Quelle

Pro Weibchen werden zwischen zehn und 70 kiementragende, weit entwickelte Larven gleichzeitig oder über mehrere Nächte verteilt in geeignete Gewässer abgesetzt. Die Entwicklung der Larven im Wasser dauert etwa zwei bis fünf Monate. Die fünf bis sieben Zentimeter langen Jungtiere gehen dann meist von Juni bis September an Land. Förster Jens Bramenkamp bittet deshalb die Wanderer, den Brunnentrog der Hirschtalquelle bis Oktober nicht zu nutzen.

Salamander Warnschild

Der Pfälzerwald-Verein Hambach beobachtet und dokumentiert seit zehn Jahren die Ergiebigkeit der Hambacher Quellen. Die Schüttung der Hirschtal-Quelle liegt auch im Sommer noch bei etwa zwei Litern pro Minute. In anderen Jahreszeiten können es auch einmal bis zu 40 Liter pro Minute sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hatte den Feuersalamander 2016 zum Lurch des Jahres ernannt. Damit sollte eine der auffälligsten Amphibienarten Europas in den Fokus des Arten- und Naturschutzes gerückt werden.

Foto oben: A. Kwet/DGHT; Fotos unten: ros

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